O f F t O p I c (Pt. 45c)
(zum) Teil 1 (vom 23.08.2017) - (zum) Teil 2 (vom 26.08.2017)

Die Zahl der Kalendertage nach dem Beginn der Erzählung ist zweistellig, die Erinnerung ungebrochen, denn für sie spielt Zeit keine Rolle. Dennoch komme ich nicht umher es zu erwähnen, weil es bisweilen ein Einmalerlebnis für die Sinne war. Am Anfang der neuen Woche, die jetzt schon alt und vergangen ist oder erscheint, kam es fast zu einer Erneuerung des Schauspiels, nachdem ich mich so sehnte - wie im Vorfeld so hernach. Anfangs dachte ich noch, ich wäre lediglich einige Minuten zu spät dran, stand doch die Sonne schon über den Kronen der höchsten Baumgewächse im Osten. Der Blick auf die freie Ebene der monokulturellen Mischgrasflächen zeigte mir indes deutlich auf, dass mich mein "Zu-Spät-Kommen-Gefühl" getäuscht hatte, obgleich die Sinne klaren Verstandes waren ([Formulierung ->] sic!).


Es gibt keinen schönsten Sonnenaufgang - alle sind einmalig verschieben -, und doch gibt es welche, die man nicht sieht, sei es weil der Himmel verhangen von tiefgleitenden Wolkengebilden ist oder jene so verdichtet sind, dass kein Strahl der Lebensspenderin durch sie bis zu uns herab dringt. Es gibt keine Konstellation, die den natürlichen Tag beginnen lässt, die "guter" als gut oder rechter als Rechts ist. Letzteres lässt Fragen offen, wie viel rechts man stehen muss, um rechter als Recht zu haben, so viel rechter als Recht, dass man davon sprechen kann, jene Lebensform kann gar nicht rechter haben. Ich bin bei solchen Wortspielen froh, dass ein Tag auf einem klassischen Südzeigermagnetkompass stets links anfängt - oder doch rechts von Nord, wer weiß das schon? -, steht doch da dann und dort das Zeichen "O" für Osten, in anderen Sprachen: "ouest", "oeste", "ovest". Würde die eingefärbte Nadel mal dorthin zeigen, dann bräuchte man diesen Leitsatz aus Kindertagen nicht mehr: Nie ohne Seife (Hände) waschen! Um den Blödsinn Sinn zu geben, gehen wir gegen die rechte Richtung links herum, also gegen den Uhrzeigersinn, der hier nicht vorhanden ist, egal wie ich mich winde und wende und gedachte Dinge in der Hand drehe oder verschiebe, verquere und verdrehe, weil ich nicht auf ebener Fläche stehe ... oder warum auch immer - der seltsame Satz jedenfalls lautet weiterhin: Nach (Hände-)waschen sauber, oberaffengeil (, gell)!
Für die Streichler der Wischkäsdla speziell: Navi ohne Satellit (im All) weg.

Es gibt Kompasse und Komparsen, Kosmopoliten und Kameraden. Ich mag alles nicht. Alle Wörter mit dem Anfangsbuchstaben "K" schreien mich an und verursachen Lärm in mir. Dabei könnte man sie so einfach mit einem "C" ersetzen. Doch Wörter, die mit "C" beginnen werden oft begleitet mit einem kleinen "h", was mir gruselt, weil kleine "h's" so unvollkommen sind, großer (H) dagegen bringen mich immer auf seltsame Gedanken. Ich finde, dieser Buchstabe macht nur quergestellt etwas her. Dreht doch mal dieses "√–¦" herum. Nach rechts ist es irgendwie lustig, links herum gedreht eher weniger - perfekt. Wie lange habe ich darüber nachgesinnt.

Wer lange wartet, viel liest oder Absätze überspringt, der kcommt jetzt in den Genuss der Fortsetzung der Erlebniserzählung im dritten Teil, die zuletzt bei einem schlichten Briefkasten endete.
Wachen Geistes im schlafenden Leib lies ich mich treiben auf den menschlichen Bürgersteigen. Auf linker Seite markierten Grundstücksabgrenzungen unseren Weg, meist aus einem natürlichen Zaun - in einem schlichten Wort: Hecke -, rechts die Straße und rechts davon die zweite Flankierung in Form eines baugleichen Weges, wie dem den wir gingen. Wir sind Hund und Mensch, jeder für sich, sonst wäre ein "Eins" ein Hybrid, wobei schon der Hund einer ist und der Mensch sich wie ein schlechter verhält. Gottmenschen waren nur zu Mythenzeiten wie Herkules oder Gilgamesch angesagt und überwiegend hochdrapiert. Doch auch da war schon eines klar: daraus wird nie ein Gott.
Als wir also die zweite und letzte Kreuzung überquerten steuerten wir auf ein fruchtfröhliches Paradies zu, dass Mirabellen in großer Fülle bis zur Hälfte eines Gassenweges anhäufte. Es war ein leichtes für den Bipedisten das Hindernis zu umlaufen, das quadrupede Wesen hingegen erkannte den Nährwert dieser Zwetschgenart. Es geht nichts um ein gutes Frühstück.
Schon seit längerer Zeit mache ich mir Gedanken, wie lange ich in diesem Körper in einem Paradies überleben könnte. Ich lasse dabei im Bilde das biblische Eden - oder das in meiner Sicht - neu erstehen/aufkommen und frage mich dann eben diese Frage, wann mein Tod dort einsetzen würde. Die Vorstellung ist grauenhaft, denn sie endet immer in der Aufgabe des Daseins nach mehreren Monaten. Im physischen Leib sind wir wohl alle weit entfernt in einem Paradiesgarten auf unendlicher Dauer zu leben, sind wir doch viel zu sehr genormt und eingestellt auf ein Dahinsiechen in einer denaturierten Welt, wie wir sie schufen.  
Jenes totbringende Los würde auch Hundewesen treffen, hatten sie es doch aus dem gleichen Topf wie wir gezogen. Mit jenem Wissen im Inneren ermunterte ich die werte Adelhaid unseren Weg fortzuführen, denn das Ziel war nicht die Niederkunft in dieser, für Hunde mit Hang zu Pflaumenarten sehr schmeichelhaften, Gasse mit paradiesischen Eigenheiten für den Gaumenschmaus. Schrieb ich "Ziel"? So etwas ist mir wesensfremd. Ziele sind immer endlich, egal wie viele Etappen danach kommen. Viele kleine Ziele machen auch ein großes. Es ist wie unser Halbgottdasein: Manchmal muss man erkennen, dass aus einem Kreisklassensportler eben niemals ein Profispieler wird, dennoch kann man gut sein bei dem was man macht, egal wo - das "Wie" ist die Frage und die Antwort.

Ein schmaler Weg zwischen zwei eingezäunten (- tatsächlich mit Maschendraht -) Gärten, brachte uns nun zum "Wie" und dem Erlebnis, auf das ich lange und immer wiederkehrend wartete. Vielleicht beschreibe ich es in einem 4. Teil. Heute bin ich müde des Wachlebens. Die kleinen Bilder zeigen es, also "es" im Sinne des Phänomens. Das war aber auch schon im Teil 2 so. Aber wer achtet auf Bilder bei so viel Textflut. Schrieb ich "viel" und "Flut"? Ich muss mich wirklich schlafen legen...

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